
Geplanter Ausbau der B26 (Foto: Meike Mittmeyer)
Geplanter Ausbau bringt mehr Lärm, Verkehr und Feinstaub – Münster und Altheim werden zerschnitten – SPD setzt sich für Gegenmaßnahmen ein
Münster, den 29. Mai 2010 - Bei der Bürgerversammlung in der Kulturhalle Altheim am vergangenen Mittwoch stieß der Entwurf zum Ausbau der Bundesstraße 26 auf eine entschiedene Ablehnung der anwesenden Altheimer und Münsterer Bürger.
Die vorgestellte monströse Planung des neuen Streckenverlaufes und die Anbindungen an Altheim war zumindestens für die SPD-und ALMA-Parlamentarier eine große Enttäuschung. Sämtliche Vorgaben einer gemeinsamen Stellungnahme aller Fraktionen im Gemeindeparlament Münster aus dem September 2008 wurden in keinster Weise berücksichtigt. Die Planer hatten wohl, so ließ es ihr Erstaunen erahnen, zum ersten Mal von dieser Stellungnahme der Fraktionen gehört.
Der präsentierte Entwurf sieht einen Damm von rund 6 Metern Höhe (mit Schallschutz rund 10 m) vor, der Altheim von Münster dauerhaft trennen wird. Auf- und Abfahrrampen und drei Kreisel lassen an eine Großstadt im Ruhrgebiet erinnern. Bauwerke mit einem enormen Landschaftsverbrauch (wo bleiben die Landwirte) sollen einen zusätzlichen prognostizierten Verkehr von rund 2.000 Fahrzeugen (jetzt 18.000, in Zukunft 20.000/24 Stunden) bis 2020 flüssiger (100 km/h) gestalten. Hier wird mit einem riesigen Aufwand an Geld und Material ein vollkommen überzogener Ausbau der B26 angegangen ...
Die SPD-Fraktion sieht auf Altheim und Münster nur Nachteile zukommen: Mehr Lärm, mehr Schmutz/Feinstaub, mehr Verkehr, längere Wege zu den Auffahrten der B26, ein zerstörtes Landschaftsbild mit bis zu 10 m hohen Rampen und Auffahrten, ein dauerhaft getrenntes Münster und Altheim, eine zusätzlich stark befahrene Kirchstraße und eine weitere Belastung der Anwohner in der Babenhäuser und Münsterer Straße.
Die SPD wird parlamentarische Initiativen zur Verhinderung starten, Gespräche mit den SPD-Fraktionen der Nachbarkommunen, den Bundestagsabgeordneten und dem Landrat führen. Auch muss ein überparteiliches Bündnis gegen den in dieser Form geplanten Ausbau der B26 in Erwägung gezogen werden.
Die Ziele der Planung zum Ausbau der B26: Flüssiger Verkehr, Erschließung der Region und Minimierung der Unfallgefahren.
Diese Ziele sind aber durch weitaus einfachere Maßnahmen zu erreichen wie: Gesonderter Wirtschaftsweg für Landwirte, Ausbau der Standstreifen, Beseitigung der Ampel am Anschluss Dieburg, Entschärfung der Altheimer Kurve, Überweg (Brücke) für Fußgänger, Radfahrer und Landwirte vor der Kulturhalle Altheim, Umfahrung Babenhausen und Kreisellösungen an den Anschlussstellen.
Für die besonders geplagten Anwohner in Altheim ist ein Lärmschutz an der B26 und ein Transitverbot für Lkw (außer Quellverkehr) eine Lösung.
Diese Vorschläge der SPD-Fraktion, die Teil des gemeinsamen Papiers der Münsterer Fraktionen sind, wären wesentlich billiger, schneller und umweltschonender umzusetzen.
Im Zweifelsfall sollte, so ein Teilnehmer der Bürgerversammlung, alles so bleiben wie es ist. Nur nicht dieser Planungswahnsinn umgesetzt werden.
Lesetipp im Regioblog: Über Brücken und Kreisel musst du gehen - Entwurf zum Ausbau der B26 stößt bei Altheimern auf Ablehnung