Geschichte

Die ersten Jahre

Die Geschichte des Sozialdemokratischen Ortsvereins Münster geht zurück bis ins späte 19. Jahrhundert.
Im Jahre 1890 wurde Bismarcks Sozialistengesetz aufgehoben, das bis dahin alle sozialdemokratischen Vereinigungen verboten hatte. Von da an erlebte die SPD einen kontinuierlichen Aufschwung in der Wählergunst. Bei der Reichstagswahl 1898 konnte die Partei ein Stimmzuwachs von 12 Prozent verzeichnen. Kurz nach der Wahl gründeten einige junge Männer in Münster einen Arbeiterbildungsverein, dem sich rasch 40 Personen anschlossen. Vorsitzender war dessen Gründer, Heinrich Löbig. Obwohl der Verein bereits nach zwei Jahren aufgrund der damaligen Arbeitsbedingungen aufgelöst wurde, gilt er bis heute als Vorbote der Sozialdemokratischen Partei in Münster.
Fünf Jahre später, 1903, folgte ein zweiter Versuch der Parteigründung. Der sozialdemokratische Wahlverein zerbrach jedoch kurz nach der ersten Wahl.
Erst 1905 gelang die Gründung eines Wahlvereines, der Bestand hatte. Michael Otto Walter, der bereits 1903 zum Beigeordneten gewählt worden war, wurde im Jahre 1905 mit 282 Stimmen Bürgermeister von Münster. Unterstützt von den Liberalen konnte er sich gegen Johann Haus von der Zentrumspartei, der 137 Stimmen bekam, durchsetzen. Zwei Jahre nach seiner Wiederwahl im Juli 1914 schied er aus gesundheitlichen Gründen aus dem Dienste der Gemeinde aus.
Das Jahr 1906 ist das eigentliche Gründungsjahr des SPD-Ortsvereins Münster. Der Vorsitzende Hermann Josef Haus meldete den Wahlverein beim Parteisekretariat der SPD in Offenbach an.
Die ersten sozialdemokratischen Mandatsträger der Gemeinde Münster waren Heinrich August Frühwein, Johann Heinrich Huther und Josef Roßkopf, die im Jahre 1907 bei der Gemeinderatswahl gewählt wurden und ihre Mandatspflicht bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914 erfüllten.
Die Mitglieder des SPD-Ortsvereins wurden in den ersten Jahren nach Vereinsgründung immer wieder mit Spott und Hohn konfrontiert und zu Außenseitern gemacht. Trotz dieser schwierigen Lage erhielt die SPD bei der Proporzwahl 1911 und der Reichstagswahl 1912 138 Wählerstimmen.
1912 wurde der Münsterer Konsumverein gegründet. Der „Dieburger Provinzanzeiger“ berichtete darüber: „Nun bekommen sie in Münster auch rote Nahrungsmittel zu kaufen, denn die Genossen haben einen Konsumverein gegründet. Ob die Sache sich allerdings halten wird, erscheint uns fraglich, denn wir kennen unsere Pappenheimer schon.“

Erster Weltkrieg, Weimarer Republik und Zweiter Weltkrieg

Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges, der bis zum 11. November 1918 fast Zehnmillionen Menschenleben forderte, unterbrach die Entwicklung des Ortsvereines. Nach der Novemberrevolution von 1918 und der Umwandlung des Deutschen Reiches von einer konstitutionellen Monarchie in eine parlamentarisch-demokratische Republik unter Friedrich Ebert erlebte die Demokratie überall einen Aufwärtstrend. In Münster ging die Initiative des Wiederaufbaus hauptsächlich von den zuvor oft spöttisch „Sozies“ genannten Sozialdemokraten aus. Ein halbes Jahr nach der Verkündung des Frauenwahlrechts am 12. November 1918 fand im Münsterer Kaisersaal eine Veranstaltung statt, an der 400 Personen, davon die Mehrheit Frauen, teilnahmen. Frau Fürth aus Frankfurt informierte über die Nationalwahlen und das Frauenwahlrecht.
Der endgültige Durchbruch der SPD in Münster gelang bei der Bürgermeisterwahl von 1928. Hermann Josef Haus setzte sich als Kandidat der SPD gegen Karl Agnes und Johann Adam Beck von der Zentrumspartei, Adam Aloys Griesman unterstützt vom TV sowie den Sozialdemokraten Heinrich August Frühwein durch, obwohl ihn der katholische Pfarrer Neher von der Kanzel aus schlecht machte. Die Wahl konnte davon nicht beeinflusst werden und Hermann Josef Haus wurde Bürgermeister in der katholisch-konservativen Gemeinde Münster. Seine Amtszeit dauerte bis 1945.
Die erste Jugendorganisation in Münster mit 20 Junggenossen wurde im Jahre 1929 gegründet. In einem Pressebericht wurde an die Arbeitereltern von Münster appelliert, „das begonnene Werk zu vollenden und auch unsere letzten Jugendlichen herbeizuholen“.
Erfolgreich gestaltete sich das Jahr 1930, als die SPD bei der Kommunalwahl 7 Sitze gegenüber 8 Sitzen der Zentrumspartei erreichte. Zudem zählte der SPD-Ortsverein Münster zu dieser Zeit 100 Mitglieder. Der Beginn der Nazi-Herrschaft in Deutschland im Jahre 1933 setzte der aufstrebenden Sozialdemokratie im ganzen Land für 12 Jahre ein Ende. Die SPD sowie sämtliche demokratischen Parteien und Organisationen wurden verboten, ihre Mitglieder verfolgt, verhört und verhaftet.
Erst nach dem Zweiten Weltkrieg gründeten 14 Männer am 23. Oktober 1945 den SPD-Ortsverein Münster neu. Aufgrund der schrecklichen Erfahrungen zur Zeit des Krieges gab es in der Bevölkerung eine verständliche Scheu vor politischer Bindung, die sich in der Mitgliederentwicklung des Ortsvereins und in den Kommunalwahlergebnissen widerspiegelte. Am 24.7.1945 setzte die amerikanische Besatzung August Jakob Ries als Interimsbürgermeister ein. Am 22.3.1946 wurde der Parteilose, der als einziger Kandidat gemeinsam von CDU und SPD vorgeschlagen worden war, einstimmig von der Gemeindevertretung für sechs Jahre zum Bürgermeister gewählt.
Bei der ersten freien Gemeinderatswahl von 1946 erhielt die CDU (Nachfolgepartei des Zentrums) 5 Sitze und die SPD 2 Sitze im Parlament.

Ortsverein Altheim

Der SPD-Ortsverein Altheim wurde im Jahre 1959 von 13 SPD-Mitgliedern unter Vorsitz von Alfred Hirsch gegründet. Zwar konnte sich die SPD bei den Gemeindewahlen in Altheim nie entscheidend durchsetzen, jedoch erzielte die Partei bei Kreistags-, Landtags- und Bundestagswahlen stets deutliche Mehrheiten.
Am 1. April 1960 wurde der Sozialdemokrat Karl Herd mit einer Stimme Mehrheit zum Bürgermeister von Münster gewählt und blieb es bis 1978.
Die Angliederung des Ortsvereins Altheim an den Ortsverein Münster erfolgte im März 1972, nachdem bereits im Dezember 1971 die Gemeinde Altheim in die Gemeinde Münster integriert worden war. Bis Anfang der 90er Jahre erfüllte der Ortsbezirk Altheim eine bedeutende Funktion innerhalb des Ortsvereins Münster.

Arbeitsgemeinschaften

1976 gründeten 15 junge Münsterer Männer und Frauen die Juso AG. Wichtige Themen waren in den Folgejahren Jugendarbeitslosigkeit, Umweltschutz, Politische Bildung und Friedenspolitik. Die Jusos organisierten Seminare und Veranstaltungen, beteiligten sich an Ostermärschen und Friedensdemonstrationen sowie an der Startbahn-West-Demonstration. Die jungen Parteimitglieder waren häufig auch gegenüber der eigenen Partei kritisch und es kam nicht selten zu Auseinandersetzungen mit der Mutterpartei. Dennoch wurden die Jungen vom damaligen Ortsvereinsvorsitzenden Herbert Kreher stets unterstützt.

Im selben Jahr wurde auf Initiative der jungen Frauen in der Juso AG eine Frauengruppe gegründet, mit dem Ziel, mehr politisches Interesse bei jungen Frauen zu wecken. Hauptthema war Gewalt gegen Frauen und sexueller Missbrauch. Zu den Gründerinnen des Vereins „Frauen helfen Frauen“, dem heutigen Trägerverein des Frauenhauses, gehörten Elke Müller, Veronika Hiller und Angelika Dahms (damals Sandebeck).

Im 1984 eingerichteten wöchentlichen Mittwoch-SPD-Stammtisch wurden, zunächst in lockerer Runde, politische Themen diskutiert. Im Zuge dessen wurde ein Programm über alternative Kulturangebote erstellt und somit der Arbeitskreis Kultur & Politik (AKUPO) ins Leben gerufen. 1994 erfolgte die Gründung des Altheimer Kulturvereins Signale, in dem einige AKUPO-Mitglieder zu aktiven oder passiven Mitgliedern wurden.

Die 60plus SPD-Senioren AG wurde im Jahre 1995 von Erich Schubert gegründet. Die Mitgliederzahl in dieser Arbeitsgruppe nimmt schon aus demographischer Sicht stetig zu.

Elke Müller kandidiert für das Amt der Bürgermeisterin

Im Jahre 2002 kandidierte in Münster erstmals eine Frau für das Amt der Bürgermeisterin. Die SPD-Ortsvereins-Vorsitzende Elke Müller, die für Ortsentwicklung, solide Finanzen, eine bedarfsgerechte Familienpolitik, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, eine kinder- und jugendfreundliche Kommune und eine Seniorenpolitik mit mehr sozialer Unterstützung warb, unterlag mit 37 Prozent dem amtierenden Bürgermeister Walter Blank (CDU).

(Quelle: Broschüre „100 Jahre SPD-Ortsverein Münster“)

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Gerald Frank
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