Antrag der SPD-Fraktion zur 21. Sitzung der Gemeindevertretung am 25.02.2019

Veröffentlicht am 10.02.2019 in Anträge

Verzicht von Einwegkunststoffprodukten

Die Gemeindevertretung beschließt, daß in den Gebäuden der Gemeinde und bei Veranstaltungen auf vermeidbare Einwegkunststoffprodukte verzichtet wird.

Veranstalter (Vereine, Sparkasse, Tournee-Veranstalter, Parteien usw.) werden bei Buchung/Vertragsabschluss auf diesen Verzicht auf Einwegkunststoffprodukte als Vertragsbestandteil ausdrücklich hingewiesen. Die Vertragsbedingungen/Satzungen werden entsprechend geändert. Die Nutzer von gemeindeeigenen Gebäuden (Kiga, Seniorenwohnheim, FFW, Storchenschulhaus usw.), sind auf diesen Beschluss hinzuweisen

Begründung:

Die Gefahr für Mensch und Umwelt, die von Einwegkunststoffprodukten ausgeht, ist hinlänglich bekannt. Dennoch hat sich der Plastikverbrauch in den deutschen Haushalten in den letzten 20 Jahren verdoppelt. 40 Kilogramm des Kunststoffs fallen so pro Kopf pro Jahr an. Dies ergibt rund 3 Millionen Tonnen allein in Deutschland. 

Dabei landen Einwegkunststoffprodukte oft in den Weltmeeren. Rund 1 Millionen Seevögel und rund 100.000 Meeressäuger sterben jährlich durch den Konsum von weggeworfenen Kunststoffen. Bis 2050 könnte mehr Plastikmüll als Fische in den Weltmeeren herumschwimmen. Es liegt deshalb an jedem Einzelnen, etwas dagegen zu tun. 

Durch die Vermeidung von Einwegkunststoffprodukten beweist die Gemeinde Münster als Klimaschutzkommune seine Weitsicht im Bereich des Umweltschutzes. 

Auch Menschen setzen sich durch die hohe Zahl der Kunststoffe einer ernsten Gesundheitsgefahr aus. Denn Kunststoff besteht aus Erdöl, Rohbenzin, Weichmachern, Stabilisatoren, Farbmitteln, Füllstoffen, Verstärkungsmitteln, Flammschutzmittel und Antistatikmitteln. 
Beim Abbauprozess zerfällt Kunststoff in kleine Teile, sogenanntes Mikroplastik. Die schädlichen Stoffe verschwinden somit niemals gänzlich. Dieses Mikroplastik wurde bereits in Lebensmitteln wie Nordsee-Fischen nachgewiesen. Allergien, Fettleibigkeit, Unfruchtbarkeit bis hin zu Krebs und Herzerkrankungen sind nur ein paar der gravierenden Gesundheitsschäden für den Menschen. 

450 Jahre braucht dabei eine Plastikflasche im Meer, bis sie abgebaut wurde, 450 Jahre auch eine Wegwerfwindel, 400 Jahre ein Getränkehalter aus Plastik, mehrere hundert Jahre auch ein für ein paar Minuten benutzter Plastikteller. 

In den Gebäuden der Gemeinde sowie bei Veranstaltungen und in den gemeindeeigen Betrieben sollen deshalb Einwegkunststoffprodukte gänzlich vermieden beziehungsweise deren Zahl drastisch reduziert werden. Einwegkunststoffprodukte sollen durch eine plastikfreie Alternative ersetzt werden. Dies soll auch im Bereich der Neuanschaffungen bedacht werden.



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Bernd Fritsch

Vorsitzender der SPD-Fraktion

Münster, 10.02.2019

 

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