Massiver Ausbau der Kinderbetreuungsplätze.

Veröffentlicht am 02.05.2017 in Ortsverein

Mit Kita-Entwicklungsplan 2020 erfüllt SPD ein Wahlversprechen.

„Wir halten Wort“, sagte SPD-Gemeindevertreterin Erika Fritsch, „durch den Kita-Entwicklungsplan der Gemeinde Münster, den wir in der vergangenen Woche im Sozialausschuss bestätigt haben, beenden wir zusammen mit der ALMA einen eklatanten jahrelangen Mangel an Kinderbetreuungsplätzen.“

Besonders im U3-Bereich ist Münster mit einem Deckungsgrad von nur 26 % jahrelang weit hinter der gesetzlich vorgeschriebenen Quote von 35 % hinterhergehinkt. Durch den schrittweisen Ausbau bis zum Jahr 2020 übertreffe Münster sogar die noch höher gesetzte vom Landkreis Darmstadt-Dieburg angepeilte Marke von 40 %. „Damit lösen wir ein Wahlversprechen ein, für das wir schon lange gekämpft haben“, sagte Fritsch. Auch bei den über 3-Jährigen wird im Jahr 2020 mit einer Quote von über 98 % faktisch eine Vollversorgung erreicht.

Die jüngst seitens der CDU geäußerten Vorwürfe, von Bürgermeister Gerald Frank sei seit zwei Jahren nichts unternommen worden, um die aktuell fehlenden Kita-Plätze anderweitig als im JUZ aufzufangen, bezeichnete Angelika Dahms, Vorsitzende des Sozialausschusses, als heuchlerisch und verlogen. Der als „aktuell“ bezeichnete Mangel bestehe seit Jahren. Vor Franks Amtszeit habe sie immer wieder Zahlen und eine konkrete Bedarfsplanung von den damals Verantwortlichen angefordert, ohne dass man dem nachgekommen wäre. Erst Bürgermeister Gerald Frank habe nach seinem Amtsantritt für belastbare Zahlen gesorgt, die den Mangel offenbarten und die bedarfsgerechte Versorgung Münsters bis 2020 erst ermöglicht. „Die CDU hat jahrelang genebelt. Es gab keine Zahlen“, sagte die Sozialausschussvorsitzende Angelika Dahms. Der festgestellte Bedarf habe seit Jahren auf gleich hohem Niveau bestanden. Dies gehe aus den Geburtszahlen hervor, die seit über zehn Jahren ziemlich stabil ohne große Schwankungen um den Durchschnittswert von jährlich 126 lagen.

 

„Entweder ist es mangelnder Realitätssinn oder Demagogie, wenn man fordert, dass der Mangel holterdiepolter sofort behoben werden kann“, sagte Dahms. So war zu prüfen, wo Kitas ausgebaut und auch neu gebaut werden könnten. „Es war keine kleine Lücke, sondern ein großes Loch in der Betreuung!“, sagte Fritsch. Umgesetzt werden müsse ein Anbau am evangelischen Kindergarten in Altheim für eine zusätzliche U3-Gruppe. Die Kinderinsel – bisher reine U3-Betreuungseinrichtung mit 4 Gruppen – wird um zwei Elementargruppen erweitert. Und zu alledem wird eine komplett neue Kita mit vier Gruppen auf dem Frankenbach-Areal entstehen.

Wenn die Kinder des „Rüssel-Kindergartens“ im Juni in das neuwertige, energetisch und baulich voll sanierten Gebäude „Im Rüssel“ zurückgekehrt sind, wird das JUZ vorübergehend bis zur Fertigstellung der neuen Kita auf dem Frankenbach-Gelände als Kindergarten weiter genutzt. Für das JUZ gibt es nach wie vor eine gültige Betriebserlaubnis für 100 Kinder. Nur durch die weitere Nutzung kann vielen Familien geholfen werden. Zudem ist es finanziell ohne großen zusätzlichen Aufwand zu stemmen. Die Schaffung räumlicher Alternativen wie zum Beispiel Container wären sehr kostenaufwendig und brächten zudem keine bessere Lösung.

Für die Umsetzung der Baumaßnahmen, die für den Ausbau des Kitaplatzangebots notwendig sind, ist die Finanzierung in der mittelfristigen Finanzplanung bis 2020 kalkuliert. Aufgrund verschiedener Beschlüsse der Gemeindevertretung Ende vergangenen Jahres und der Verabschiedung des Haushalts 2017 sind diese Daten öffentlich bekannt. Zum Teil stehen die Mittel 2017 zu Verfügung. Weitere Schritte des Kitaentwicklungsplans werden mit der Verabschiedung der Haushalt 2018, im Dezember sichergestellt.

Bis 2020 werden 22 neue Stellen für Erzieherinnen und Erzieher geschaffen, was zusätzliche Personalkosten von 1,5 Mio. € bedeutet. Um dies finanzieren zu können, muss im Haushalt in den nächsten Jahren noch gehörig umstrukturiert werden, denn diese Belastung wird fortlaufend jährlich zu meistern sein. Auch dieser „Umbau“ des Haushalts geht nur schrittweise. „Kinder sind unsere Zukunft. Und den Familien gehört unsere volle Solidarität und Unterstützung“, sagen Fritsch und Dahms.

 

 

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