Nancy Faeser ehrt verdiente SPD-Jubilare und steht für Mut und Glaubwürdigkeit ein

Veröffentlicht am 21.10.2019 in Presse

Die SPD-Vorsitzende der Landtagsfraktion und designierte Landesvorsitzende Nancy Faeser (rechts) ehrte die Jubilare

Den außergewöhnlich langjährigen Mitgliedschaften von sieben Sozialdemokraten entsprechend, hatte die SPD Münster am Freitag vergangener Woche (18.10.2019) auch eine außergewöhnliche Laudatorin  zu Gast.
Nancy Faeser, Generalsekretärin der SPD Hessen, seit kurzem Vorsitzende der Landtagsfraktion und designierte Nachfolgerin des scheidenden Landesvorsitzenden Thorsten Schäfer-Gümbel, fand in der Kulturhalle Münster wertschätzende und einfühlsame Worte an die Adresse der Jubilare.

Auf 50jährige Mitgliedschaft (Eintritt 1969) können Klaus Bublitz, Bernd Fritsch und Dieter Schudera zurückblicken, gar auf 60 Jahre (Eintritt 1959) Wilhelm Funck, Heinrich Heckwolf, Friedel Sauerwein und Ludwig Wießmann. Krankheitsbedingt fehlten Klaus Bublitz und Wilhelm Funck bei der Ehrung.

Die Eintrittsjahre der Jubilare markierten auch besondere Jahre in der Geschichte der Sozialdemokratie, wie Ortsvereinsvorsitzende Karin Kreher zu berichten wusste.
Zum einen ist da das Jahr 1959. Vor sechzig Jahren wandelte sich die SPD mit dem Godesberger Programm von der Arbeiterpartei zur Volkspartei, was wiederum  zur Grundlage dafür wurde, dass 10 Jahre später 1969 zunächst mit Gustav Heinemann erstmals ein Sozialdemokrat Bundespräsident wurde. Nach der Bundestagswahl schließlich wurde Willy Brandt erster sozialdemokratischer Bundeskanzler Deutschlands.

Nancy Faeser würdigte nicht nur die Jubilare, sondern stellte die historische Bedeutung dieser Jahre aus Sicht der SPD heraus.

Vier der sieben Jubilare prägten mit ihrem Engagement über viele Jahre die Kommunalpolitik der SPD. Heinrich Heckwolf, Friedel Sauerwein und Ludwig Wießmann waren schon aktiv, da waren Altheim und Münster noch voneinander unabhängige Kommunen.

Heinrich Heckwolf, mit 93 Jahren ältester Sozialdemokrat im OV Münster, brachte es auf 25 Jahre Mitgliedschaft in der Gemeindevertretung (1960-85) und sogar 33 Jahre in der Baukommission (1960-93). Darüber hinaus war er in weiteren Gremien aktiv.

Friedel Sauerwein und Ludwig Wießmann waren vor der Gebietsreform in Altheim aktiv. Sauerwein war Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Altheim. Er gehörte sowohl der früheren Altheimer Gemeindevertretung und dann nach dem Zusammenschluss der gemeinsamen Münsterer Gemeindevertretung insgesamt 17 Jahre und dann noch einmal 22 Jahre dem Gemeindevorstand an, neben weiteren Mitgliedschaften in sonstige Gemeindegremien. Ludwig Wießmann war ehrenamtlich in der Gemeindevertretung, in der Baukommission und im Gemeindevorstand, bevor er 1973 seine berufliche Karriere als Hauptamtsleiter in der Gemeindeverwaltung Münster antrat. Dort fungierte er auch als Standesbeamter. Viele Ehepaare wurden von ihm getraut.

Kommunalpolitisch noch aktiv ist der für 50jährige Mitgliedschaft geehrte Bernd Fritsch, der der Gemeindevertretung und dem Haupt- und Finanzausschuss seit 2011 angehört. Von 2014 bis 2019 war er Fraktionsvorsitzender. Den Ortsverein führte er von 2014 bis 2018.

Nach den Ehrungen stand Nancy Faeser im Gespräch mit Bürgermeister Gerald  Frank Rede und Antwort. Die Fraktionsvorsitzende der Landes-SPD machte sich für Arbeitnehmer stark, das Hessenticket über den Kreis der Landesbedienstete hinaus auszudehnen: „Auch Erzieherinnen und Pflegepersonal können diese Vergünstigung gut gebrauchen.“ Gut sei auch eine gesetzliche Mindestrente. Kritische Töne zur Finanzlage der Kommunen formulierte sie in Richtung Landesregierung: „Im Jahr 2000 hatten die hessischen Kommunen im Vergleich zu anderen Bundesländern die drittniedrigste pro-Kopf-Verschuldung, heute haben sie die dritthöchste pro-Kopf-Verschuldung. Grundsätzlich ist das Land verpflichtet, den Kommunen mehr Geld zu geben, damit sie ihre Aufgaben erfüllen können. Insbesondere in der Finanzierung der Kindergärten muss das Land die Kommunen stärker unterstützen!“ Bürgermeister Gerald Frank unterstrich diese Forderung: „2014 hat die Kinderbetreuung mit 2,7 Millionen Euro 13% des Haushalts ausgemacht. Nachdem wir entsprechend den gesetzlichen Vorgaben die Plätze ausbauen, ist der Anteil der Kinderbetreuung im Jahr 2019 mit 5,1 Millionen Euro auf fast ein Fünftel des Haushalts angewachsen.“ 

Bei der Forderung nach massiver Unterstützung des Wohnungsbaus fand Nancy Faeser auch selbstkritische Töne: „Unter Gerhard Schröder haben wir mit dem Verkauf der Wohnungen an Private einen Fehler gemacht. Wir müssen ehrlich sein und das eingestehen. Dann sind wir auch glaubwürdig,“ und fügte hinzu: „Allerdings haben die Grünen das in der Koalition 1998 mit verabschiedet.“ Diese Fehlentwicklung gelte es zu korrigieren.

Abschließend warb sie dafür, in der SPD das Profil im Klima- und Umweltschutz zu schärfen sowie Mobilität und Wohnen als sozialdemokratische Themen herauszustellen: „Wir sollten Mut haben, unsere Positionen offen zu vertreten.“

 

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